Arbeitszeitgesetz mit Arbeitszeit, Pause und Ruhezeit

Arbeitszeitgesetz

Arbeitszeitgesetz 2026: Höchstarbeitszeit, Pausen und Ruhezeiten einfach erklärt

Zehn Stunden im Büro, kaum Pause, am nächsten Morgen wieder früh raus? Viele Beschäftigte spüren, dass etwas nicht stimmt, kennen aber ihre Grenzen nicht genau.

Genau dafür gibt es das Arbeitszeitgesetz. Es schützt Ihre Gesundheit und setzt klare Obergrenzen für die tägliche Arbeit. Wer diese Regeln nicht kennt, riskiert dauerhafte Überlastung oder verschenkt Rechte, die ihm eigentlich zustehen.

Dieser Ratgeber erklärt Ihnen die wichtigsten Vorgaben des Arbeitszeitgesetzes 2026 verständlich und mit Beispielen: wie lange Sie arbeiten dürfen, welche Pausen vorgeschrieben sind und wie viel Ruhe zwischen zwei Arbeitstagen liegen muss.

Arbeitszeitgesetz mit Arbeitszeit, Pause und Ruhezeit

Was regelt das Arbeitszeitgesetz?

Das Arbeitszeitgesetz, kurz ArbZG, ist das zentrale Regelwerk für die Arbeitszeit in Deutschland. Sein Ziel ist es, die Sicherheit und Gesundheit der Beschäftigten zu schützen und den Sonntag sowie staatlich anerkannte Feiertage als Tage der Arbeitsruhe zu wahren.

Es gilt für die meisten Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer. Ausgenommen sind unter anderem leitende Angestellte sowie bestimmte Sonderbereiche. Für Jugendliche gelten zusätzlich die strengeren Regeln des Jugendarbeitsschutzgesetzes.

Wichtig: Die Vorgaben des Arbeitszeitgesetzes sind verbindlich. Kein Arbeitsvertrag darf sie zu Ihren Ungunsten unterlaufen.

Wie lange darf ich am Tag arbeiten?

Die werktägliche Arbeitszeit darf grundsätzlich acht Stunden nicht überschreiten. Als Werktage gelten dabei Montag bis Samstag.

Diese acht Stunden lassen sich auf bis zu zehn Stunden verlängern. Voraussetzung ist, dass Sie innerhalb von sechs Kalendermonaten im Durchschnitt wieder bei acht Stunden pro Werktag landen. Eine arbeitsreiche Phase muss also durch ruhigere Tage ausgeglichen werden.

Ein Beispiel: Arbeiten Sie an einem Tag zehn Stunden, brauchen Sie an anderen Tagen entsprechend kürzere Schichten, damit der Schnitt stimmt.

Die wöchentliche Höchstarbeitszeit

Aus der täglichen Grenze ergibt sich die Wochenarbeitszeit. Da das Gesetz von sechs Werktagen ausgeht, sind im Schnitt 48 Stunden pro Woche zulässig.

In Spitzenzeiten dürfen es kurzfristig mehr sein, bis zu 60 Stunden in einer einzelnen Woche, solange der Sechs-Monats-Durchschnitt eingehalten wird. Auf Dauer ist eine 60-Stunden-Woche also nicht erlaubt.

Diese Grenzen gelten unabhängig davon, ob Sie Voll- oder Teilzeit arbeiten und ob Überstunden anfallen.

Pausen nach dem Arbeitszeitgesetz

Das Arbeitszeitgesetz schreibt feste Ruhepausen vor. Wer mehr als sechs Stunden arbeitet, hat Anspruch auf mindestens 30 Minuten Pause. Ab mehr als neun Stunden Arbeit sind es mindestens 45 Minuten.

Länger als sechs Stunden am Stück dürfen Sie nicht ohne Pause arbeiten. Die Pausen lassen sich in Abschnitte von jeweils mindestens 15 Minuten aufteilen.

Wie die Pausenregelung im Detail funktioniert, ob Pausen bezahlt werden und was im Alltag oft falsch gemacht wird, lesen Sie in unserem ausführlichen Ratgeber zur gesetzlichen Pausenregelung.

Ruhezeit zwischen zwei Arbeitstagen

Nach dem Ende der täglichen Arbeitszeit steht Ihnen eine ununterbrochene Ruhezeit von mindestens elf Stunden zu. Erst danach darf die nächste Schicht beginnen.

Wer also abends um 20 Uhr Feierabend macht, darf frühestens am nächsten Morgen um 7 Uhr wieder anfangen. Diese Regel sorgt für echte Erholung und schützt vor dem schleichenden Abbau von Pausen.

In einigen Branchen wie Krankenhäusern oder der Gastronomie ist eine Verkürzung um bis zu eine Stunde erlaubt, wenn sie an anderer Stelle ausgeglichen wird.

Sonn- und Feiertagsarbeit

Grundsätzlich sind Sonntage und gesetzliche Feiertage arbeitsfrei. Das Arbeitszeitgesetz lässt aber zahlreiche Ausnahmen zu, etwa in der Pflege, bei Rettungsdiensten, in Gaststätten oder bei der Energieversorgung.

Wer sonntags arbeitet, hat in der Regel Anspruch auf einen Ersatzruhetag innerhalb einer bestimmten Frist. Mindestens 15 Sonntage im Jahr müssen außerdem für jeden Beschäftigten frei bleiben.

Ausnahmen und Sonderregelungen

Das Arbeitszeitgesetz kennt mehrere Bereiche, in denen abweichende Regeln gelten. Dazu zählen Notfälle, außergewöhnliche Ereignisse und bestimmte Tätigkeiten mit besonderer Verantwortung.

Auch durch Tarifverträge können Arbeitgeber und Gewerkschaften in einem gewissen Rahmen von den Standardregeln abweichen. Solche Abweichungen müssen aber stets den Gesundheitsschutz der Beschäftigten wahren.

Geplante Reform des Arbeitszeitgesetzes

Seit einiger Zeit wird über eine Reform diskutiert. Im Gespräch ist, die starre tägliche Höchstarbeitszeit durch eine wöchentliche Höchstarbeitszeit zu ersetzen, um mehr Flexibilität zu schaffen.

Zu Beginn 2026 war eine solche Reform allerdings noch nicht beschlossen. Es gilt weiterhin die tägliche Grenze von acht beziehungsweise zehn Stunden. Beobachten Sie die Entwicklung, aber richten Sie sich vorerst nach der bestehenden Rechtslage.

Arbeitszeit richtig berechnen

Ob Sie die Grenzen des Arbeitszeitgesetzes einhalten, sehen Sie nur, wenn Sie Ihre tatsächliche Arbeitszeit kennen. Hier hilft eine saubere Erfassung von Beginn, Ende und Pausen.

Mit unserem Arbeitszeitrechner ermitteln Sie aus diesen drei Angaben sekundenschnell Ihre Netto-Arbeitszeit. So erkennen Sie sofort, ob Sie über der zulässigen Tagesgrenze liegen.

Häufige Fragen zum Arbeitszeitgesetz

Wie viele Stunden darf ich maximal am Tag arbeiten? In der Regel acht Stunden, ausnahmsweise bis zu zehn Stunden, wenn der Schnitt über sechs Monate wieder bei acht Stunden liegt.

Gilt das Arbeitszeitgesetz auch in Teilzeit? Ja. Die Höchstgrenzen und Pausenregeln gelten unabhängig vom Umfang Ihrer Arbeitszeit.

Wie lange muss die Ruhezeit zwischen zwei Schichten sein? Mindestens elf Stunden ununterbrochen. In bestimmten Branchen ist eine Verkürzung mit Ausgleich erlaubt.

Darf ich am Sonntag arbeiten? Nur in den gesetzlich erlaubten Ausnahmebereichen. Dann steht Ihnen meist ein Ersatzruhetag zu.

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