Jahres Arbeitsstunden Rechner 2026: Wie viele Stunden arbeitest du wirklich pro Jahr?
Dein Arbeitsvertrag sagt 40 Stunden pro Woche. Doch wie viele Stunden leistest du tatsächlich pro Jahr nach Abzug von Urlaub, Feiertagen und Krankheitstagen? Die Antwort überrascht die meisten: Der Unterschied zwischen vertraglicher Sollzeit und tatsächlicher Jahresarbeitszeit kann 200 Stunden und mehr betragen. Mit dem Arbeitszeitrechner berechnest du deine genaue Jahresarbeitszeit, planst Urlaub effizienter und vermeidest Fehler bei der Lohnabrechnung. Diese Seite erklärt Schritt für Schritt, wie die Berechnung funktioniert, was das Gesetz vorschreibt und welche Sonderfälle du kennen musst.

Was ist die Jahresarbeitszeit und wie funktioniert der Rechner?
Die Jahresarbeitszeit bezeichnet die Gesamtzahl der Arbeitsstunden, die ein Arbeitnehmer innerhalb eines Kalenderjahres für ein Unternehmen leistet. Sie berücksichtigt reguläre Arbeitsstunden, Überstunden und alle Abwesenheiten durch Feiertage, Urlaub und Krankheitstage.
Wichtig: Der Begriff hat zwei Bedeutungen. Erstens beschreibt er die berechnete Gesamtstundenzahl eines Jahres, die dir dieser Rechner liefert. Zweitens steht er für ein flexibles Jahres Arbeitsstunden Rechner bei dem Unternehmen mit saisonalen Schwankungen die Jahresstunden gleichmäßig über das Jahr verteilen, zum Beispiel in der Gastronomie oder im Gartenbau. Mehr zu diesem Modell erfährst du im Artikel über Arbeitszeitmodelle.
Die Berechnung ist die Grundlage für Lohnabrechnung, Projektplanung und Personalbedarfsermittlung. Das Jahres Arbeitsstunden Rechner(ArbZG) setzt dabei den gesetzlichen Rahmen.
Arbeitsstunden pro Jahr berechnen: die vollständige Schritt-für-Schritt-Formel
Die Grundformel gilt für alle Jahres Arbeitsstunden Rechner:
Jahresarbeitszeit = (365 Tage − Wochenendtage − Feiertage − Urlaubstage − Krankheitstage − sonstige Fehltage) × tägliche Arbeitsstunden
Die variablen Bestandteile ändern sich je nach Wochenmodell und Bundesland.
5-Tage-Woche: 365 Tage minus Urlaub, Feiertage und Krankheitstage
Das ist das Standardmodell für die meisten Büro- und Verwaltungsberufe in Deutschland. Die Berechnung für 2026:
| Bestandteil | Tage |
| Kalendertage | 365 |
| Wochenenden (Sa + So) | − 104 |
| Gesetzliche Feiertage (Ø) | − 10 |
| Urlaubstage (gesetzlich mind.) | − 20 |
| Krankheitstage (Durchschnitt) | − 10 |
| Arbeitstage | 221 |
| × 8 Stunden/Tag | = 1.768 Stunden |
Bei 30 Urlaubstagen und einem Bundesland mit 12 Feiertagen sinkt die Zahl auf etwa 1.680 Stunden pro Jahr. Das entspricht den Angaben der meisten HR-Fachmedien für die klassische 40-Stunden-Woche.
6-Tage-Woche: andere Formel, mehr Stunden
Im Handwerk, in der Gastronomie und im Einzelhandel gilt häufig die 6-Tage-Woche. Samstag zählt als Werktag, nur Sonntage und Feiertage fallen weg:
365 − 52 (Sonntage) − 8 (Feiertage) − 30 (Urlaub) − 10 (Krankheit) − 3 (sonstige) = 262 Arbeitstage × 8 Stunden = 2.096 Stunden
4-Tage-Woche: so viele Stunden arbeitest du im neuen Modell
Die 4-Tage-Woche gewinnt in Deutschland an Bedeutung. Ein Pilotprojekt mit 41 Unternehmen (Februar bis Juli 2024, Universität Münster) zeigte: Betriebe reduzieren die Arbeitszeit im Schnitt um vier Stunden pro Woche, nicht um acht. Das Finanzamt akzeptiert für die Pendlerpauschale nur 180 Arbeitstage bei einer 4-Tage-Woche, deutlich weniger als die 230 Tage bei der 5-Tage-Woche.
Bei 4 Arbeitstagen × 10 Stunden (erlaubt laut §3 ArbZG mit Ausgleich) ergibt sich:
180 Arbeitstage × 10 Stunden = 1.800 Stunden bei gleicher Wochenarbeitszeit ohne Stundenreduzierung.
Bei echten 32-Stunden-Modellen mit Gehaltserhalt liegen die Jahresstunden bei rund 1.440 Stunden.
Teilzeit: Jahresarbeitsstunden bei 20, 25 und 30 Stunden pro Woche
Bei Teilzeit bleibt die Formel gleich. Es ändern sich nur die täglichen Arbeitsstunden oder die Arbeitstage pro Woche:
| Wochenstunden | Tägliche Stunden (5 Tage) | Jahresarbeitsstunden (ca.) |
| 20 Std. | 4 Std. | ca. 840 Std. |
| 25 Std. | 5 Std. | ca. 1.050 Std. |
| 30 Std. | 6 Std. | ca. 1.260 Std. |
| 38,5 Std. | 7,7 Std. | ca. 1.617 Std. |
Arbeitest du an drei Tagen je fünf Stunden, errechnen sich rund 156 Arbeitstage × 5 Stunden = 780 Jahresstunden. Mehr zur Teilzeitberechnung erklärt unser Teilzeit-Leitfaden.
Wie viele Stunden arbeiten Deutsche wirklich? Vertragsstunden vs. tatsächliche Stunden
Die Theorie sagt 1.700 Stunden pro Jahr bei Vollzeit. Die Realität liegt deutlich darunter. Laut Statista und Factorial lagen die tatsächlich geleisteten Jahresarbeitsstunden von Vollzeitbeschäftigten in Deutschland 2023 bei 1.529 Stunden, 2024 nach Destatis bei rund 1.650 Stunden. Wer alle Erwerbstätigen inklusive Teilzeit einbezieht, kommt auf nur noch 1.293 Stunden (IAB-Arbeitszeitrechnung 2024).
Der Unterschied entsteht durch Krankmeldungen (durchschnittlich 15 Tage pro Jahr laut AOK), bezahlte Überstunden die über Arbeitszeitkonten ausgeglichen werden, sowie durch die wachsende Zahl an Teilzeitstellen. In Deutschland arbeitet rund 29 Prozent der Erwerbstätigen in Teilzeit, einer der höchsten Anteile in Europa (Eurostat 2024).
Produktive vs. nominale Arbeitszeit: warum 8 Stunden selten 8 Stunden bedeuten
Ein weiterer Faktor: Von 8 Vertragsstunden sind durchschnittlich nur 3 Stunden wirklich produktiv, zeigt eine Studie von Vouchercloud mit knapp 2.000 britischen Büroangestellten. Der Wert kursiert auch in deutschen HR-Quellen wie Personio. Als Planungsregel gilt: 25 Prozent der Arbeitszeit gelten als unproduktiv. Bei 1.700 Jahresstunden bleiben damit rund 1.275 produktiv nutzbare Stunden. Für die Personalplanung und den Stundenverrechnungssatz ist das die entscheidende Größe, nicht die Vertragsstunden.
Deutschland im OECD-Vergleich: wer arbeitet mehr, wer weniger?
Deutschland gehört laut OECD-Daten zu den Ländern mit den kürzesten Arbeitszeiten weltweit. Ein Vergleich der Jahresarbeitsstunden je Erwerbstätigen 2023:
| Land | Jahresstunden (OECD/IW 2023) |
| USA | 1.799 Std. |
| Italien | 1.734 Std. |
| Frankreich | 1.500 Std. |
| Großbritannien | 1.524 Std. |
| Deutschland | 1.343 Std. |
| Niederlande | 1.427 Std. |
Deutschland belegt Platz 36 von 38 OECD-Staaten. Nur Frankreich und Belgien liegen knapp darunter. Das klingt nach wenig Einsatz. Doch laut Bundeszentrale für politische Bildung stieg die Produktivität je Erwerbstätigenstunde zwischen 1991 und 2019 um 40,6 Prozent. Weniger Stunden, mehr Output pro Stunde.
Jahresarbeitsstunden nach Branche: Pflege, Bau, Büro und Bildung im Vergleich
Die tatsächliche Jahresarbeitszeit schwankt stark zwischen Branchen. Laut Eurostat 2023 haben Beschäftigte in Landwirtschaft und Bau die längsten Wochenstunden (Landwirtschaft DE: 39,9 Std./Woche), während Lehrerinnen und Lehrer mit 29,6 Stunden pro Woche deutlich darunter liegen. In Pflegeberufen und Krankenhäusern greifen Sonderregelungen des ArbZG für Bereitschaftsdienste.
Feiertage nach Bundesland: deshalb unterscheiden sich deine Arbeitsstunden pro Jahr
Das Jahr 2026 hat in Deutschland je nach Bundesland 9 bis 13 gesetzliche Feiertage. Neun davon gelten bundesweit: Neujahr, Karfreitag, Ostermontag, Tag der Arbeit (1. Mai), Christi Himmelfahrt, Pfingstmontag, Tag der Deutschen Einheit, 1. und 2. Weihnachtstag. Weitere Feiertage legen die Bundesländer selbst fest.
Bayern vs. Berlin: welches Bundesland hat die meisten freien Tage?
Bayern hat 2026 13 gesetzliche Feiertage, Augsburg sogar 14 (durch das Friedensfest am 8. August). Berlin und Hamburg kommen auf 9. Das ergibt rechnerisch 248 Arbeitstage in Bayern gegenüber 254 Arbeitstagen in Berlin und Hamburg bei einer 5-Tage-Woche. Wer in Bayern ein festes Jahresgehalt bezieht, arbeitet damit 2 Tage weniger als ein Kollege in Berlin, bei gleichem Lohn.
Für Arbeitgeber mit Standorten in mehreren Bundesländern bedeutet das einen echten Planungsunterschied von bis zu 4 Werktagen pro Mitarbeiter im Jahr.
Brückentage 2026: so optimierst du deine Jahresarbeitszeit
In 2026 fallen einige Feiertage auf ein Wochenende: der 3. Oktober auf Samstag, der Reformationstag auf Samstag, Allerheiligen auf Sonntag. Diese Feiertage erzeugen keinen zusätzlichen freien Werktag. Dafür bietet Christi Himmelfahrt am Donnerstag, 14. Mai einen klassischen Brückentag: ein einziger Urlaubstag Freitag ergibt ein 4-Tage-Wochenende. Ähnlich gilt: Neujahr 2026 fällt auf einen Donnerstag, ein weiterer strategischer Brückentag.
Arbeitsstunden berechnen für Sonderfälle: Elternzeit, Minijob und Homeoffice
Die Standardformel gilt nicht für alle Lebenslagen. Drei Sonderfälle ändern deine Jahresarbeitszeit erheblich.
Elternzeit und Mutterschutz: so beeinflusst das deine Jahresarbeitszeit
Während der Elternzeit ruht das Arbeitsverhältnis. Der Arbeitgeber zahlt kein Gehalt, der Staat zahlt Elterngeld. Die Elternzeit verkürzt die Jahresarbeitszeit anteilig auf die Monate vor und nach der Freistellung. Wer 6 Monate in Elternzeit geht, arbeitet im betreffenden Jahr rechnerisch nur rund 840 Stunden statt 1.680 Stunden.
Du darfst während der Elternzeit bis zu 32 Wochenstunden in Teilzeit arbeiten (§15 Abs. 4 BEEG). Überschreitest du diese Grenze, verlierst du den Anspruch auf Elterngeld. Für die Lohnabrechnung gelten in diesem Übergangszeitraum besondere Regeln. Mehr dazu im Leitfaden zur Elternzeit und Gehaltsabrechnung.
Der Mutterschutz beginnt 6 Wochen vor dem errechneten Geburtstermin und endet 8 Wochen nach der Geburt. Diese Wochen fallen vollständig aus der Jahresarbeitszeit heraus.
Minijob und die 603-Euro-Grenze: wie viele Stunden pro Jahr sind erlaubt?
Seit dem 1. Januar 2026 gilt ein gesetzlicher Mindestlohn von 13,90 Euro pro Stunde. Damit steigt die Minijob-Grenze auf 603 Euro pro Monat beziehungsweise 7.236 Euro pro Jahr (AOK Arbeitgeberservice, 2026). Die maximale monatliche Arbeitszeit bei Mindestlohn liegt bei 43,38 Stunden im Monat.

Auf das Jahr gerechnet: Ein Minijobber kann bei Mindestlohn maximal rund 520 Stunden pro Jahr arbeiten, ohne die Geringfügigkeitsgrenze zu überschreiten. Verdient jemand mehr als den Mindestlohn, sinkt die erlaubte Stundenzahl entsprechend. Bei 20 Euro pro Stunde wären es nur noch rund 361 Stunden im Jahr. Nutze unseren Minijob-Stundenrechner für die genaue Berechnung.
Homeoffice und ArbZG: gelten dieselben Regelungen wie im Büro?
Ja. Das Arbeitszeitgesetz gilt unabhängig vom Arbeitsort vollständig. Im Homeoffice gelten dieselben Pausenregeln (§4 ArbZG), dieselbe Ruhezeit von 11 Stunden zwischen zwei Arbeitstagen (§5 ArbZG) und dieselbe Höchstarbeitszeit von 8 Stunden täglich. Arbeitgeber sind nach dem BAG-Urteil vom 13. September 2022 (Az. 1 ABR 22/21) verpflichtet, auch im Homeoffice die Arbeitszeit zu erfassen. Laut einer Studie des Hans-Böckler-Instituts leisten Beschäftigte ohne Zeiterfassung im Homeoffice durchschnittlich 3,5 Stunden mehr Überstunden pro Woche als im Büro.
Schwerbehinderte: Sonderurlaub und dessen Auswirkung auf die Jahresarbeitsstunden
Schwerbehinderte Arbeitnehmer haben nach §125 SGB IX Anspruch auf 5 zusätzliche Urlaubstage pro Jahr. Bei einer 5-Tage-Woche mit 8 Stunden reduziert das die Jahresarbeitszeit um weitere 40 Stunden, auf rund 1.640 Stunden. Diese Tage sind in der Personalplanung gesondert zu berücksichtigen.
Was sagt das Gesetz? Arbeitszeitgesetz (ArbZG) und Bundesurlaubsgesetz (BUrlG) erklärt
Das Arbeitszeitgesetz bildet den rechtlichen Rahmen für alle Berechnungen.
Maximale Arbeitszeit, Pausenregelungen und Ruhezeiten nach § 3 ArbZG
| Paragraph | Regelung |
| § 3 ArbZG | Max. 8 Std./Tag, erweiterbar auf 10 Std. bei Ausgleich in 6 Monaten/24 Wochen |
| § 4 ArbZG | Pause: 30 Min. bei 6–9 Std., 45 Min. bei über 9 Std.; mind. 15 Min. je Block |
| § 5 ArbZG | 11 Std. Ruhezeit zwischen zwei Arbeitstagen |
| § 9 ArbZG | Sonntagsruhe; mind. 15 freie Sonntage im Jahr |
| § 3 BUrlG | Mindesturlaub 24 Werktage (= 20 Arbeitstage bei 5-Tage-Woche) |
Pausen zählen nicht zur Arbeitszeit. Verstöße gegen die Pausenregelung können als Ordnungswidrigkeit mit Bußgeldern bis zu 15.000 Euro geahndet werden (§22 ArbZG).
Das EuGH-Urteil zur Zeiterfassung: was Arbeitnehmer jetzt wissen müssen
Am 14. Mai 2019 entschied der Europäische Gerichtshof (EuGH, Az. C-55/18), dass Arbeitgeber ein objektives, verlässliches und zugängliches System zur Arbeitszeiterfassung einführen müssen. Das Bundesarbeitsgericht (BAG) setzte das am 13. September 2022 für Deutschland verbindlich um. Die Pflicht gilt für alle Branchen, Unternehmensgrößen und Arbeitsorte, auch im Homeoffice.
Ein Referentenentwurf des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales (BMAS) sieht vor, diese Pflicht künftig explizit im ArbZG zu verankern und die Erfassung elektronisch zu verlangen. Bundeskanzler Merz hat Anfang 2026 vorgeschlagen, das ArbZG grundlegend zu reformieren.
Nachtarbeit und Schichtarbeit: besondere Regeln für besondere Stunden
Nachtarbeit ist gesetzlich definiert als Arbeit zwischen 23 Uhr und 6 Uhr. Wer an mindestens 48 Tagen im Jahr oder regelmäßig in Wechselschicht nachts arbeitet, gilt als Nachtarbeitnehmer. Die Höchstarbeitszeit bleibt 8 Stunden täglich, darf aber nur innerhalb von 4 Wochen (nicht 6 Monaten) ausgeglichen werden. Als Ausgleich steht entweder ein Gehaltsaufschlag oder ein freier Tag zu.
Jahres Arbeitsstunden Rechner für Arbeitgeber: Personalplanung und Stundenverrechnungssatz
Für Arbeitgeber und HR-Verantwortliche ist die Jahresarbeitszeit eine zentrale Planungsgröße. FAQ
Jahresarbeitsstunden pro Mitarbeiter berechnen für Budget und Projektplanung
In der Praxis rechnen viele Unternehmen mit 220 Arbeitstagen als Planwert. Davon gelten erfahrungsgemäß nur 60 bis 75 Prozent als direkt fakturierbare oder projektbezogene Stunden. Meetings, interne Abstimmung, Weiterbildung und administrative Aufgaben reduzieren die billable hours erheblich.
Bei 1.760 Jahresarbeitsstunden und einem Produktivitätsgrad von 70 Prozent bleiben rund 1.232 tatsächlich verrechenbare Stunden pro Mitarbeiter und Jahr. Diese Zahl ist die Basis für die Stundensatzkalkulation.
Team-Kapazitätsplanung: Gesamtstunden eines Teams über ein Jahr ermitteln
Für ein Team von fünf Vollzeitmitarbeitern mit verschiedenen Urlaubsansprüchen und Bundesland-Feiertagen addiert man die individuelle Jahresarbeitszeit je Person:
Teamkapazität = Summe (individuelle Jahresarbeitsstunden je Mitarbeiter)
Bereits 2 Arbeitstage Unterschied durch Bundesland-Feiertage multiplizieren sich bei 5 Mitarbeitern auf 10 Tage, bei 8 Stunden also 80 Stunden Teamkapazität Differenz pro Jahr. Für realistische Projektdeadlines müssen Arbeitstage statt Kalendertage gerechnet werden.
Stundenverrechnungssatz selbst ausrechnen: von Jahresarbeitsstunden zum Stundensatz
Die Formel nach Controllingportal.de:
Stundenverrechnungssatz = Gesamtkosten Mitarbeiter pro Jahr ÷ produktive Jahresstunden
Gesamtkosten umfassen: Bruttogehalt, Arbeitgeberanteil Sozialversicherung (ca. 20%), Raumkosten, IT, Verwaltung, Weiterbildung. Typische produktive Stunden liegen nach Abzug aller Ausfallzeiten und unproduktiver Zeit bei 1.250 bis 1.600 Stunden pro Jahr, im Baugewerbe bei 1.480 bis 1.600 Stunden (WHK Controlling, 2026).
Historischer Trend: So haben sich die Jahresarbeitsstunden in Deutschland seit 1990 verändert
Die Arbeitszeit in Deutschland sinkt seit Jahrzehnten. Laut Sozialpolitik-Aktuell auf Basis der IAB-Arbeitszeitrechnung gilt:
- 1970: 1.879 Stunden je Erwerbstätigen
- 2000: 1.376 Stunden
- 2024: 1.293 Stunden
Zwischen 1970 und 2000 war der Rückgang deutlich, hauptsächlich durch tarifliche Wochenarbeitszeitverkürzung, längere Urlaubsansprüche und weniger Überstunden. Seit 2000 hat sich das Tempo stark verlangsamt: In 24 Jahren sind nur noch 83 Stunden weggefallen. Bezahlte Überstunden sanken von 159 Stunden (1970) auf 28,1 Stunden (2024), wurden aber nicht abgebaut, sondern über Arbeitszeitkonten in Freizeitausgleich umgewandelt.
Die Produktivität je Arbeitsstunde stieg im gleichen Zeitraum um über 40 Prozent. Weniger Stunden, gleichbleibend hohe Wirtschaftsleistung.
Dezimalstunden und Industrieminuten: was der Jahres Arbeitsstunden Rechner ausgibt
Viele Lohnabrechnungssysteme arbeiten nicht mit Zeitformaten (7:30 Uhr), sondern mit Dezimalstunden. Die Umrechnung ist einfach:
Dezimalstunden = Stunden + (Minuten ÷ 60)
Beispiele:
- 7:30 Stunden = 7,5 Dezimalstunden
- 8:15 Stunden = 8,25 Dezimalstunden
- 6:45 Stunden = 6,75 Dezimalstunden
Industrieminuten funktionieren umgekehrt: Eine Stunde = 100 Industrieminuten. Wer die Ausgabe des Jahres Arbeitsstunden Rechners direkt in die Lohnbuchhaltungssoftware übertragen will, braucht das Dezimalformat. Unser Rechner gibt beide Formate aus.
Häufige Fragen zum Jahres Arbeitsstunden Rechner
Wie viele Arbeitsstunden hat ein Jahr bei Vollzeit (40-Stunden-Woche)?
Bei einer 40-Stunden-Woche ergibt die Grundrechnung: 52 Wochen × 40 Stunden = 2.080 Sollstunden. Nach Abzug von Urlaub (20 Tage), Feiertagen (10 Tage) und Krankheitstagen (10 Tage) bleiben bei 8 Stunden täglich rund 1.680 bis 1.700 tatsächliche Arbeitsstunden. Der Statista-Durchschnitt für Vollzeit 2023 lag bei 1.529 Stunden, weil individuelle Urlaubsansprüche, mehr Feiertage und Krankheitstage eingeflossen sind.
Wie berechne ich meine Arbeitstage pro Jahr inklusive Feiertage und Urlaub?
Schritt 1: 365 Tage minus 104 Wochenendtage = 261 Werktage. Schritt 2: Bundesland-Feiertage abziehen (9 bis 13). Schritt 3: Urlaubstage abziehen. Schritt 4: Krankheitstage abziehen. Schritt 5: Ergebnis × tägliche Stunden. Der Arbeitstage-Rechner 2026 zeigt dir das Ergebnis direkt nach Bundesland.
Wie viele Stunden darf ich als Minijobber maximal arbeiten?
Das hängt von deinem Stundenlohn ab. Bei Mindestlohn von 13,90 Euro (2026) sind es maximal 43,38 Stunden pro Monat, was auf das Jahr rund 520 Jahresstunden ergibt. Bei höherem Stundenlohn sinkt die erlaubte Stundenzahl proportional.
Zählen Urlaubstage und Krankheitstage zur Jahresarbeitszeit?
Nein. Urlaubstage und Krankheitstage werden von der Jahresarbeitszeit abgezogen. Sie sind Abwesenheiten, keine geleisteten Arbeitsstunden. In der Personalplanung unterscheidet man zwischen Bruttoarbeitszeit (alle Vertragsstunden) und Nettoarbeitszeit (tatsächlich gearbeitete Stunden nach Abzug aller Ausfallzeiten).
Was ist der Unterschied zwischen Brutto- und Netto-Arbeitszeit?
Die Bruttoarbeitszeit umfasst alle vertraglich vereinbarten Stunden inklusive Pausen. Die Nettoarbeitszeit ist die tatsächlich geleistete Arbeitszeit nach Abzug der Pausen. Laut ArbZG zählen Pausen ausdrücklich nicht zur Arbeitszeit. Wer täglich eine 30-minütige Pause macht, reduziert seine Jahresarbeitszeit um rund 130 Stunden gegenüber der Bruttozahl.
Wie wirkt sich Elternzeit auf meine jährliche Arbeitszeit aus?
Für jeden Kalendermonat in vollständiger Elternzeit fallen rund 140 Stunden aus der Jahresarbeitszeit heraus (8 Std. × 17,5 Arbeitstage/Monat). Bei 6 Monaten Elternzeit arbeite du im Jahr nur noch rund 840 Stunden statt der üblichen 1.680 Stunden. Elterngeld wird davon nicht beeinflusst, solange du unter 32 Wochenstunden bleibst.
Der Jahresarbeitszeitrechner gibt dir die Grundlage, die Lohnbüros, HR-Abteilungen und Selbstständige täglich brauchen: eine verlässliche Zahl für Personalplanung, Stundenverrechnungssätze und Steuererklärung. Ob du für die Pendlerpauschale, die Angebotsplanung oder einfach wissen willst, wie viel Zeit du deinem Arbeitgeber wirklich gibst, die richtige Formel mit den richtigen Abzügen macht den Unterschied. Nutze die Tabellen und Sonderfälle dieser Seite als Checkliste, bevor du deinen nächsten Jahresplan erstellst.
