Arbeitszeitrechner 2026
Arbeitszeitrechner
Arbeitszeit präzise berechnen — inkl. Pausen & Nachtschicht
Ergebnis
Viele Arbeitnehmer verlassen den Arbeitsplatz, ohne sicher zu wissen, ob sie ihre Sollarbeitszeit wirklich erfüllt haben. Falsch angerechnete Pausen, nicht dokumentierte Überstunden und unklare Regeln im Homeoffice führen zu Lohnfehlern auf beiden Seiten. Was nach Steuern und Abzügen von Ihrem Stundenlohn übrig bleibt, zeigt der Stundenlohnrechner Brutto Netto. Der Arbeitszeitrechner auf dieser Seite berechnet Ihre exakte Nettoarbeitszeit in Sekunden, zeigt gesetzliche Pausenpflichten an und erklärt, was das Arbeitszeitgesetz tatsächlich vorschreibt.

So benutzen Sie den Arbeitszeitrechner richtig
Der Rechner benötigt drei Angaben: Arbeitsbeginn, Arbeitsende und Ihre Pausenzeiten. Alle weiteren Werte berechnet er automatisch.
Arbeitsbeginn eingeben
Tragen Sie Ihren Arbeitsbeginn minutengenau ein. Wenn Sie nachts arbeiten – etwa von 22:00 bis 06:00 Uhr – erkennt der Rechner den Tageswechsel automatisch und berechnet die Stunden korrekt.
Arbeitsende eintragen
Geben Sie Ihre Endzeit minutengenau ein. Der Rechner erkennt automatisch, ob ein Tageswechsel vorliegt, und berechnet Brutto- und Nettoarbeitszeit vollständig.
Pausen in Minuten eingeben
Pausen tragen Sie in Minuten ein. Sie können bis zu vier einzelne Pausen eintragen. Haben Sie weniger als sechs Stunden gearbeitet, lassen Sie das Pausenfeld leer.
Ergebnis ablesen
Der Rechner gibt das Ergebnis in zwei Formaten aus: Stunden:Minuten – z. B. 7:45 Stunden, und Dezimalstunden – z. B. 7,75 Stunden. Gesetzliche Pausenpflichten werden automatisch angezeigt.
Brutto- vs. Nettoarbeitszeit: Was der Unterschied bedeutet
Nach §2 Abs. 1 ArbZG gilt nur die Nettoarbeitszeit als rechtlich relevante Arbeitszeit. Diese Zahl entscheidet über Lohn, Überstunden und gesetzliche Limits.
Bruttoarbeitszeit
Bruttoarbeitszeit ist die gesamte Zeit zwischen Arbeitsbeginn und Arbeitsende – inklusive aller Pausen. Diese Zahl steht auf dem Dienstplan.
Nettoarbeitszeit
Nettoarbeitszeit ist die tatsächlich geleistete Arbeitszeit nach Abzug aller Pausen. Nach §2 Abs. 1 ArbZG gilt nur die Nettoarbeitszeit als rechtlich relevante Arbeitszeit. Diese Zahl entscheidet über Lohn, Überstunden und gesetzliche Limits.
Gesetzliche Pausenzeiten: Was §4 ArbZG vorschreibt
Arbeitszeitgesetz §4 legt zwei feste Pausenschwellen fest. Alle weiteren Regelungen zu Höchstarbeitszeit, Ruhezeiten und der geplanten Reform finden Sie in unserem vollständigen Leitfaden zum Arbeitszeitgesetz 2026. Diese gelten für alle Arbeitnehmer in Deutschland – unabhängig von Branche, Unternehmensgröße oder Arbeitsvertrag.
30
Minuten Pause
30 Minuten Pause ab 6 Stunden Arbeit
Wer mehr als sechs Stunden arbeitet, muss mindestens 30 Minuten Pause machen. Die Pause darf in Abschnitte von jeweils mindestens 15 Minuten aufgeteilt werden.
45
Minuten Pause
45 Minuten Pause ab 9 Stunden
Bei mehr als neun Stunden erhöht sich die Mindestpause auf 45 Minuten. Auch diese darf gestückelt werden, solange kein Abschnitt kürzer als 15 Minuten ist.
Bußgeld bei Verstoß
Wird die Pausenpflicht nicht durchgesetzt, droht nach §22 ArbZG ein Bußgeld von bis zu 15.000 Euro. Diese Pflicht gilt für alle Branchen und Unternehmungsgrößen.
Ruhepausen vs. Ruhezeiten nach §5 ArbZG – ein oft verwechselter Unterschied
| Begriff | Regelung | Bedeutung | Frist |
|---|---|---|---|
| Ruhepause | §4 ArbZG | Unterbrechung während des Arbeitstages | 30 Min. (6–9h) / 45 Min. (>9h) |
| Ruhezeit | §5 ArbZG | Zeitraum zwischen zwei Arbeitstagen | Mindestens 11 Stunden |
Ein Arbeitnehmer, der um 23:00 Uhr aufhört, darf frühestens um 10:00 Uhr am nächsten Morgen wieder anfangen. Für Arbeitnehmer in der Nachtschicht gelten zusätzlich besondere Zuschlagsregeln. Wie Sie Ihren Nachtschicht-Zuschlag berechnen, erklären wir Schritt für Schritt. Ausnahmen gelten für Krankenhäuser, Gastronomie und bestimmte Bereitschaftsdienste.
Was zählt als Arbeitszeit – und was nicht?
Diese Frage stellt sich täglich in deutschen Büros und Betrieben. Die Antwort hängt vom Kontext ab – nicht immer ist die Grenze eindeutig.
Zählt als Arbeitszeit
- Rüstzeit (Hochfahren des Computers, Anlegen von Schutzkleidung, Einloggen in Systeme)
- Einloggen in betriebliche Systeme auf Anweisung des Arbeitgebers
- Kurze Toilettengänge (elementares körperliches Bedürfnis)
- Fahrt zum Kunden auf Anweisung ohne Dispositionsfreiheit
- Übernachtungsreisen, wenn sie in die reguläre Arbeitszeit fallen
Zählt nicht als Arbeitszeit
- Mittagspause (§4 ArbZG)
- Raucherpausen (zählen als Ruhepausen und müssen abgezogen werden)
- Normaler Arbeitsweg (kein Dienstreise-Auftrag)
- Bereitschaftszeit ohne Einsatz (teilweise)
Graubereich / Kommt darauf an
- Homeoffice: Erreichbarkeit nach Feierabend (kritischer Graubereich)
- Regelmäßige längere Tätigkeiten außerhalb der Arbeitszeit
- Reisezeit bei Dienstreisen (abhängig von Dispositionsfreiheit)
- Bereitschaftsdienst je nach Branche und Vereinbarung
Tages-, Wochen- und Monatsarbeitszeit korrekt berechnen
Die tägliche Berechnung ist der einfachste Teil. Wochenarbeitszeit und Monatsarbeitszeit erfordern einen weiteren Schritt.
Formel für monatliche Arbeitsstunden: Wochenfaktor 4,35
Ein Monat hat nicht exakt 4 Wochen. Der korrekte Wochenfaktor für 2026 beträgt 4,35 – er ergibt sich aus 52,18 Wochen im Jahr geteilt durch 12 Monate. Formel: Wöchentliche Arbeitszeit × 4,35. Beispiel: 40 Stunden × 4,35 = 174 Stunden / Monat.
Jahresarbeitsstunden: Warum das Bundesland entscheidet
Bayern hat bis zu 13 gesetzliche Feiertage, Berlin und Bremen nur 10. Formel: (Arbeitstage − Urlaubstage − Feiertage) × tägliche Sollarbeitszeit. Beispiel Berlin (10 FT): (260 − 30 − 10) × 8 = 1.760 Stunden. Bayern (13 FT): 1.736 Stunden.
Überstunden berechnen: Soll-Ist-Vergleich
Überstunden entstehen, wenn die tatsächliche Arbeitszeit die Sollarbeitszeit überschreitet. Formel: Nettoarbeitszeit − Sollarbeitszeit. Beispiel: 8:45h Netto − 8:00h Soll = 0:45h Überstunden (= 0,75 Dezimalstunden). Wie viel diese Überstunden in Euro wert sind und welche Zuschläge Ihnen zustehen, erklärt unser ausführlicher Ratgeber zum Thema Überstunden berechnen. Den Geldwert Ihrer Überstunden ermitteln Sie mit dem Stundenrechner inklusive Zuschlagsberechnung nach §3b EStG. Das ArbZG begrenzt den Durchschnitt auf 8h/Tag über 24 Wochen.
Dezimalstunden und Industrieminuten – Umrechnung mit Tabelle
Lohnabrechnungsprogramme arbeiten mit Dezimalstunden. Die Umrechnung ist simpel: Minuten werden durch 60 geteilt. Industrieminuten teilen eine Stunde in 100 gleiche Teile.
| Minuten | Dezimalstunden | Industrieminuten | Beispiel |
|---|---|---|---|
| 15 Min | 0,25 h | 25 | Viertelstunde |
| 30 Min | 0,50 h | 50 | Halbe Stunde |
| 45 Min | 0,75 h | 75 | Dreiviertel Stunde |
| 60 Min | 1,00 h | 100 | Volle Stunde |
Spezialfälle: TVöD, Minijob und 4-Tage-Woche
Das Arbeitszeitgesetz gilt grundsätzlich für alle Arbeitnehmer. Für bestimmte Beschäftigungsformen und Arbeitszeitmodelle gelten jedoch ergänzende oder abweichende Regelungen. as passiert, wenn Ihre tatsächliche Arbeitszeit unter der Sollzeit liegt? Alles zum Thema Minusstunden im Arbeitszeitkonto inklusive Ihrer Rechte bei vom Arbeitgeber verursachten Fehlstunden.
Arbeitszeitrechner für TVöD-Beschäftigte
Im öffentlichen Dienst gilt der TVöD. Dieser setzt die regelmäßige wöchentliche Arbeitszeit auf 39 Stunden fest – nicht 40. Monatsstunden TVöD: 39h × 4,35 = 169,65 Stunden / Monat. Für Bundesbehörden gilt der TV-L, der je nach Bundesland 39,5 oder 40 Stunden vorsehen kann.
Minijob und Arbeitszeit: Pflichten bei geringfügiger Beschäftigung
Minijobber (bis 538 Euro/Monat) unterliegen denselben Pausenpflichten wie alle anderen Arbeitnehmer. §4 ArbZG gilt uneingeschränkt. Arbeitgeber sind seit dem BAG-Urteil vom 13. September 2022 (1 ABR 22/21) verpflichtet, auch Minijob-Arbeitszeiten lückenlos zu dokumentieren.
4-Tage-Woche: Sind 10 Stunden täglich nach ArbZG legal?
Ja – unter einer klaren Bedingung. §3 ArbZG erlaubt eine Verlängerung auf bis zu 10 Stunden, wenn innerhalb von 24 Wochen der Durchschnitt von 8 Stunden täglich nicht überschritten wird. 4 × 10h = 40h / Woche. Tagesdurchschnitt über 5 Werktage: 40 ÷ 5 = 8 Stunden. Das Modell ist gesetzeskonform. Alle Voraussetzungen, Ausnahmen und Rechenbeispiele zur 10-Stunden-Regel im Arbeitszeitgesetz haben wir in einem separaten Leitfaden zusammengefasst.
Häufige Fragen zum Arbeitszeitrechner
Antworten auf die meistgestellten Fragen rund um Arbeitszeiten, Pausen und das Arbeitszeitgesetz.
Nach §3 ArbZG beträgt die reguläre Höchstarbeitszeit 8 Stunden pro Tag. Eine Verlängerung auf 10 Stunden ist erlaubt, wenn der Durchschnitt über 24 Wochen nicht über 8 Stunden steigt. Eine regelmäßige Überschreitung der 10-Stunden-Grenze ist auch mit Tarifvertrag nicht zulässig, sofern keine gesetzliche Ausnahmeregelung greift.
Nein. Ruhepausen nach §4 ArbZG zählen ausdrücklich nicht zur Arbeitszeit. Die Mittagspause verlängert den Arbeitstag um ihre Dauer. Wer um 08:00 beginnt, 30 Minuten Mittag macht und 8 Stunden netto arbeiten will, verlässt den Arbeitsplatz um 16:30 Uhr – nicht um 16:00 Uhr.
Ruhepause (§4 ArbZG): Unterbrechung während des Arbeitstages. Mindestens 30 Minuten bei mehr als 6 Stunden Arbeit, 45 Minuten bei mehr als 9 Stunden. Ruhezeit (§5 ArbZG): Zeitraum zwischen zwei Arbeitstagen. Mindestens 11 ununterbrochene Stunden. Diese Frist beginnt mit dem letzten beruflichen Kontakt – auch eine E-Mail oder ein Anruf nach Feierabend setzt die Uhr neu.
Der EuGH (C-55/18) hat entschieden, dass alle Arbeitgeber in EU-Mitgliedstaaten ein System zur täglichen Arbeitszeiterfassung einrichten müssen. Das Bundesarbeitsgericht hat diese Pflicht für Deutschland mit Beschluss vom 13. September 2022 (1 ABR 22/21) bestätigt. Die konkrete gesetzliche Umsetzung durch den deutschen Gesetzgeber steht noch aus. Die Erfassungspflicht gilt dennoch bereits heute – basierend auf dem BAG-Beschluss.
Überstunden = Nettoarbeitszeit minus vertraglich vereinbarter Sollarbeitszeit. Beispiel: Nettoarbeitszeit 9:15 Stunden, Sollarbeitszeit 8:00 Stunden → 1:15 Stunden Überstunden. In Dezimal: 9,25 − 8,00 = 1,25 Überstunden. Der Überstundenrechner übernimmt die wöchentliche und monatliche Gesamtberechnung automatisch.
Industrieminuten sind eine Darstellungsform, bei der eine Stunde in 100 Teile geteilt wird statt in 60. Eine normale Minute entspricht 1,667 Industrieminuten. 7 Stunden 30 Minuten entsprechen 750 Industrieminuten oder 7,50 Dezimalstunden. Das Format wird in Zeiterfassungssystemen älterer Industrieunternehmen und manchen Lohnabrechnungsprogrammen verwendet.
Ja, vollständig. Das ArbZG unterscheidet nicht nach dem Arbeitsort. §2 Abs. 1 ArbZG definiert Arbeitszeit als die Zeit zwischen Beginn und Ende der Arbeit – unabhängig davon, ob diese im Büro oder am heimischen Schreibtisch geleistet wird. Pausenpflichten, Höchstarbeitszeiten und Ruhezeitvorschriften gelten im Homeoffice identisch. Wer in einem flexiblen Arbeitszeitmodell arbeitet, sollte die Regeln rund um Gleitzeit, Kernarbeitszeit und Gleitzeitrahmen genau kennen.
Fazit
Das Arbeitszeitgesetz schützt Arbeitnehmer – aber nur, wenn die Arbeitszeit korrekt erfasst wird. Nutzen Sie den Arbeitszeitrechner täglich, um Pausen einzuhalten, Überstunden zu kontrollieren und Ihre Rechte zu kennen. Laden Sie die kostenlose Stundenzettel-Vorlage herunter und starten Sie noch heute mit einer lückenlosen Zeiterfassung – bevor der Arbeitgeber es für Sie tut.
